Tipp

Mehr als nur nützliches Beiwerk

Lexikon | aus FALTER 30/09 vom 22.07.2009

Rahmen grenzen Bilder von der „profanen“ Umgebung ab, schützen sie, betonen ihre Wirkung, interagieren mit dem Gerahmten oder konkurrieren gelegentlich mit ihm. Bereits römische Wandbilder waren eingefasst, um die Sicht in eine Landschaft als Fensterblick zu suggerieren.

Die Ausstellung „Halt und Zierde. Das Bild und sein Rahmen“ nimmt sich dieses kunsthistorischen Randphänomens an und zeichnet die Geschichte des Rahmens vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert nach. Der in ein Werk von Vittorio Crivelli integrierte und mit Delfinen verzierte Tabernakelrahmen aus dem späten 15. Jahrhundert fasziniert hier ebenso wie ein geschnitzter Rahmen böhmischer Provenienz aus dem 17. Jahrhundert mit Vögeln, Schlangen, Echsen und Laubwerk. Sehenswert auch die schlichten Kabinettrahmen aus dem frühen 19. Jahrhundert, bei denen exklusive Materialien wie Elfenbein oder Schildpatt hervorstechen.

Die Schau führt aber nicht nur exquisite Exponate aus der hauseigenen Sammlung und aus Privatsammlungen vor. Sie erzählt auch Amüsantes zu einzelnen Stücken: So ließ die Familie Liechtenstein für ihre Barockgalerie im Schloss Feldsberg Rahmen aus golden und bunt eingefärbtem Papiermaché anfertigen. Pleite oder einfach nur knausrig? Der Schein von Glanz und Glamour wurde so jedenfalls gewahrt. MJ Liechtenstein Museum, bis 12.1.2010


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