Seinesgleichen geschieht

Phrasenkunde am Tümpelrand des Sommerlochs: Graf, Pröll und der Mohr

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher

Falter & Meinung, FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Das Sommerloch lebt. Beweis: Aus dem Sommerloch taucht nessiegleich ein Name auf, den wir aus keinem Loch mehr auftauchen sehen wollten: der Name Martin Grafs, des Dritten Nationalratspräsidenten. Er hat einen auf Südtirol bezogenen realpolitisch dummen und unangebrachten Vorschlag gemacht, der keinen anderen Sinn hatte, als ihn, Graf, aus dem Sommerloch auftauchen zu lassen. Der Medienbetrieb ist so geartet, dass er sich derlei schlichten Überlegungen nicht mehr entziehen kann, so wenig wie das Wasser, in das man einen Stein wirft, sich der Aufgabe entziehen kann, kreisförmige Wellen zu schlagen. Wir Medien sind dumm wie ein Tümpel. Willkommen im Leserkreis.

Das Sommerloch gibt es nicht mehr. Das Sommerloch bei den Anzeigen ist ganzjährig geworden (man nennt es Krise), bei den Nachrichten hingegen hat es sein Lochsein auf die Spitze getrieben und ist verschwunden. Nicht nur der Steinewerfer vom Kaliber Grafs wegen. Die Globalisierung sorgt dafür, dass keine Pause eintritt.

Die Schweinegrippe

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