Meinesgleichen

Wie der letzte Satz entstand

Falter & Meinung | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Es war vor 15 Jahren, als ich an dieser Stelle darauf zu sprechen kam, der (inzwischen verstorbene) Kolumnist Gerd Leitgeb habe in der (inzwischen eingegangenen) Tageszeitung täglich alles einmal ein Lob ausgesprochen: für den Vorschlag eines Jägers, Bären nicht zu schießen, sondern zu betäuben und außer Landes zu bringen.

Das Bärenjäger-Lob, schrieb ich, werde „doch nicht etwa damit zu erklären sein, dass es sich beim von Leitgeb derart rührend gelobten Jägermeister um den für den Kurier zuständigen Raiffeisenboss Christian Konrad handelt? Das mögen wir nicht glauben. Niedrige Motive wie öffentliche Schmeichelei in eigener Sache wollen wir Herrn Leitgeb nicht unterstellen. Nehmen wir doch lieber an, er habe uns ganz einfach, um uns das Herz zu wärmen, einen Bären aufgebunden.

Apropos Wärme. Immer wenn die Sonne brennt, wachsen mir merkwürdige Einfälle zu. Diesmal ein Versuch in angewandtem Catonismus. Sie erinnern sich, dieser unerbittliche Römer, dessen Namen sich Hans Dichand als Pseudonym gewählt hat, pflegte seine Senatsreden, gleich welchem Thema sie gewidmet waren, mit dem Satz zu beenden: Ceterum censeo Carthaginem delendam esse (im Übrigen glaube ich, Karthago muss zerstört werden). Auf absehbare Zeit (und wer die österreichische Medienpolitik kennt, müsste schreiben, auf unabsehbare Zeit) werden Sie an dieser Stelle also den Satz lesen: Im Übrigen glaube ich, die Mediaprint muss zerschlagen werden.“

Der letzte Satz erschien zum ersten Mal am 8.8.1994. Damals richtete er sich gegen die Mediaprint, den Konzern aus Krone und Kurier. Der Mediamil-Komplex entstand, als sich die trend-profil-Gruppe (Kurier-Konzern) mit der Newsgruppe vereinigte


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