Kommentar

Die ORF-Bestenliste und das Bedürfnis nach dem Realen in der Literatur

Literatur


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Seit über sechs Jahren erstellt eine aus knapp 50 Mitgliedern bestehende Jury die allmonatlich veröffentlichte ORF-Bestenliste. Im August wird sie von einem Buch angeführt, das seit April wieder im Handel, tatsächlich aber schon vor 34 Jahren erschienen ist: Gernot Wolfgrubers Debüt „Auf freiem Fuß“. Auf Platz eins waren in diesem Jahr bereits die beiden Thomase Bernhard („Meine Preise“) und Stangl („Was kommt“), nicht aber Daniel Kehlmann und dessen mit größtem Medieninteresse bedachter „Ruhm“ zu finden gewesen. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit wandelt mitunter auf verschlungenen, aber – aus der Distanz betrachtet – auch wieder sehr nachvollziehbaren Pfaden. In diesem Zusammenhang sei der keineswegs besserwisserisch gemeinte Hinweis gestattet, dass ich es just im August aufgegeben hatte, Wolfgrubers Roman auf meine Liste zu setzen, nachdem sich in den Monaten davor niemand sonst meinem Votum anschließen wollte.

Dazwischen aber lag – medial gut betreut –

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