Abbild, Charakterstudie oder Pose?

Feuilleton | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Die Kunsthallen Krems und Wien machen das Porträt zum Thema ihrer großen Sommerausstellungen

Rezension: Manisha Jothady

Das Bildnis des Menschen gehört zu den ältesten Themen der Malerei. Wie keine zweite Gattung lässt sich das Porträt durch nahezu alle Epochen der abendländischen Kunst verfolgen. Seine Spuren reichen weit vor die Hochkulturen, weit vor deren Schriftlichkeit und die Geschichte des repräsentativen Bildes zurück.

Jedoch erst in der Renaissance avancierte das Porträt zum eigenständigen Genre. Das wohl berühmteste gemalte Antlitz der Welt stammt aus dieser Epoche und blickt uns heute von Kaffeetassen und Feuerzeugen entgegen: Leonardo da Vincis „Mona Lisa“. Ihr geheimnisvolles Lächeln gab Generationen von Kunsthistorikern Rätsel auf.

„Sehnsucht nach dem Abbild“ titelt die Ausstellung, in der die Kunsthalle Krems dem „Porträt im Wandel der Zeit“ nachspürt. Den Auftakt macht ein großformatiges Plastilinbild der Künstlergruppe Gelitin. Obwohl das wüst


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