Mandolinenfresser und Gebüschkatzen

Feuilleton | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Auf einer Premierenfeier in Berlin lernen sich Schubal und Armin kennen. Vorabdruck aus „Ramses Müller“

Roman: Tex Rubinowitz

Schubal pocht an die verschlossene Tür, das sieht so kläglich demütigend aus, vor allem weil er nicht mit der ganzen Faust hämmert, sondern mit dem Zeigefingerknöchel klopft, etwas weiter abseits sitzt Armin, der auf seiner Digitalkamera die Fotos des Abends sichtet und ordnet, mit einem Auge, mit dem anderen beobachtet er die Szene an der Tür.

Jemand kommt raus und erklärt Schubal die Lage, man hört zuerst den belfernden Schubal, er stehe auf der Gästeliste, er sei ein Freund Haußmanns, der Türwächter könne diesen ruhig holen, der würde das dann bestätigen, der Wächter bleibt stoisch, lächelt mitleidig, denkt sich wohl, dass er immer wieder überrascht sei, wie weit die Skala der grotesken Selbsterniedrigungstaktiken nach unten offen ist.

Schubal wirft ihm vor, er würde ja gar nicht auf der Liste nachschauen, und selbst Armin merkt, dass jetzt


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