Nüchtern betrachtet

Meine Frau macht den Staubsauger zur Sau

Feuilleton | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Einer der bizarrsten Momente in Franz Novotnys Verfilmung von Elfriede Jelineks „Die Ausgesperrten“ ist die Szene, in der Otto (Rudolf Wessely) seiner Frau Gretl (Emmy Werner) eine Waschmaschine schenkt – und zwar eine, die etwa so groß ist wie eine große Wassermelone, mit einer Handkurbel betrieben wird und zuletzt in der ausgehenden Bronzezeit gebräuchlich war. Ich würde meiner Frau nicht nur keine historische Haushaltsgeräte, ich würde ihr überhaupt keine Heimarbeitsbehelfe schenken, weil das seit circa 1976 als Fauxpas betrachtet wird. Das Gleiche gilt übrigens auch für „aufregende“ Unterwäsche, aber so was verschenke ich prinzipiell nur an Redaktionskolleginnen, zu denen ich in einem platonischen Verhältnis stehe, denn auf diese Weise vermeide ich den unschönen Verdacht, mich indirekt nur selbst beschenken zu wollen.

Eventuell zulässig ist das Verschenken von Mixern


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