Das Horror Haus

Stadtleben | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

In Wien-Wieden tobt ein brutaler Machtkampf um ein Zinshaus. Der Fall zeigt die Not schikanierter Mieter und die dunklen Seiten der Wiener Immobilienbranche

Reportage:Florian Klenk

Vergangene Woche, als der Orkan den Regen durch die Stadt peitschte, klirrt es auch in der Favoritenstraße. Auf Hausnummer 21, wo die Auslagen mit Kartons abgedeckt sind, kracht eine Auslagenscheibe auf den Gehsteig und gibt den Blick frei auf die Welt dahinter. In verwaisten Geschäftslokalen stehen mitten in einer Baustelle zwei rosa Campingbetten. Im Lichtschein einer Glühlampe rücken vier bullige Männer ihre Baseballkappen zurecht. Sie verbringen hier ihre Nächte. Aber sie schlafen nicht. Sie sagen: „Wir bewachen das Haus.“ Es ist ein Horrorhaus.

Wer es betritt, der stößt auf eine abenteuerliche Geschichte von Ausbeutung, Wucher und Spekulation. Sie erzählt auch von der Machtlosigkeit des Rechts und von der Not schikanierter Mieter. Es ist kein exemplarischer Fall, und dennoch nimmt ihn das Rathaus


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