Basics

Grundkurs Kochen (44)

Stadtleben | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Wie zum Land der Biodiesel gehört ein Ri vor jedes Bisel

Zuerst für jene Deutschen unter den Falter-Lesern, die immer kichern müssen, wenn sie das Wort Ribisel hören, ein kurzer Ausflug in die Botanik: Die rote Johannisbeere gehört zu den – jetzt kommt’s! – Ribes-Arten aus der Familie der Stachelbeergewäche (Grossulariaceae). Und genau die sind jetzt reif und am Markt zu bekommen. Bequeme Menschen mögen Ribisel ja nicht so, weil es entsetzlich mühsam ist, die kleinen roten, hübsch säuerlichen, kernreichen Beeren von den Stielen zu zupfen. Es lohnt sich aber.

Nach dem Zupfen – vorher waschen und abtropfen lassen! – zuckert der Purist die Biseln einfach ein wenig und serviert sie entweder mit Schlagobers oder in der leichteren, erfrischenderen Variante mit Buttermilch. Natürlich kann man auch einen fruchtig-säuerlichen Obstkuchen mit Ribiseln machen. Wir empfehlen dafür den an dieser Stelle bereits im Zusammenhang mit Marillen propagierten Eischwerteig (gewichtmäßig gleich viel Mehl, Butter, Zucker und Eier miteinander verrühren; für ein Backblech sind je 250 Gramm zu empfehlen – den Teig auf dem gefetteten Bleck glattstreichen, mit reichlich Ribiseln belegen, circa 30 Minuten bei 180 Grad auf der mittleren Schiene backen).

Marmelade kochen (Gelee ist was für Loser!) geht natürlich auch. Für ein Kilo Ribisel nimmt man 500 Gramm Gelierzucker und den Saft einer halben Zitrone, vermengt es miteinander und kocht es in einem Topf auf, rührt, bis alles laut geliert. In saubere Gläser füllen. Oder gleich aufs Brot! CW


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