Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Sanpellegrino Chinotto

Stadtleben | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Was immer Chinotto-Orange ist, die Limo schmeckt bittersüß

Nun ist es ja oft so, dass Getränke, die wir im Urlaub sehr mögen, zuhause schrecklich schmecken. Da sitzt man also in irgendeiner sizilianischen Strandbar und schlürft italienische Kultlimonade, wieder daheim, entdeckt man das Zeug im Feinkosthandel – und das Schlürfen ist eine einzige Enttäuschung.

Bei Sanpellegrino Chinotto handelt es sich zum Beispiel um eine italienische Kultlimonade. Allein schon die hübschen bauchigen Glasfläschchen mit der rauen Haptik, das Etikett mit dem roten Fünfstern wecken Urlaubserinnerungen.

Mit einem Zisch ist das Pfandfläschchen geöffnet, der Kronkorken entfernt. Mit einem Zug sind die 200 Milliliter eigentlich ausgesprochen unappetitlich braune, eiskalte Brühe geschluckt. Bitter ist das und trotzdem irgendwie auch süß. Was daran liegen dürfte, dass ein Bestandteil von Sanpellegrino Chinotto Chinottozitrusfrüchteextrakt ist (was auch immer das bedeutet, offenbar ist die Chinotto-Orange eine nicht sehr süße Sorte).

Dieser Sprudel aus Milano ist wie bittere Medizin. Sie soll uns vom Frust befreien, dass die Ferien auch schon wieder vorbei sind. Man trinkt bitter, bitter macht lustig, aber nicht betrunken. Denn, klar, man könnte gleich Campari oder Aperol zu sich nehmen. Genau: Wer Campari Soda mag, wird Chinotto lieben. Wer Cola mag, wird sich wundern, dass Chinotto ähnlich aussieht, aber nicht wach macht. Aber wer will schon wach bleiben, wo’s hier doch um Urlaubsträume geht? CW


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