Die gefälschte Hauptstadt des Königreichs Norikum

Steiermark | aus FALTER 31/09 vom 29.07.2009

Ein Bergdorf trägt seit 1930 den Namen einer Keltenmetropole. Eine Fälschung, die auch heute noch die Fantasie anregt

Zeitreise: Herwig G. Höller

Der steirische Landesarchäologe Walter Schmid schrieb im Jahr 1932 von 48 Bauten, deren Grundrisse man ausgegraben habe, von einem Königshaus und einem bedeutenden Heiligtum. Die Rede war von der Hauptstadt des keltischen Königreichs Norikum und – so Schmid – von einem steirischen Dorf im Bezirk Murau, das vor seiner offiziellen Umbenennung in Noreia 1930 St. Margarethen am Silberberg hieß.

Mittlerweile haben sich Schmids „Erkenntnisse“ als wissenschaftliche Fälschung erwiesen, Schmid erfand keltische Fundstücke. Damals schien in der Nähe von Neumarkt in der Steiermark aber nicht nur eine „Landeshauptstadt“ entdeckt worden zu sein. Schmid wollte auch Feuerstellen der germanischen Kimbern gefunden haben. Und gerade das war im deutschnationalen Zeitgeist der späten Zwanziger schon ziemlich sexy: 113 v. Chr. hatten die Kimbern,


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