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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Wie nicht anders zu erwarten, sind Vedi & Vazi vom eigenen Ruhm ziemlich überrumpelt worden und haben sich als diesem nicht ganz gewachsen erwiesen. Der Umstand, dass die beiden Superhelden des Glasfaserkabels letzte Woche an dieser Stelle nicht einmal erwähnt wurden, hat sie in eine Depression gestürzt, die man aus der Welt der Casting-Shows nur allzu gut kennt. Einziger, aber wesentlicher Unterschied: Die beiden können Server lahmlegen und Computer hacken, haben also was Anständiges gelernt, weswegen wir uns um das Fortkommen der beiden jungen Männer wohl keine anhaltenden Sorgen zu machen brauchen.

Von den wirklich nicht mehr so jungen Männern lässt sich das leider nicht behaupten, dort herrscht zurzeit eher ein unschönes Sterben, dem jetzt auch wieder Einhalt geboten werden muss, und zwar durchaus auch aus ganz eigennützigen Gründen: Wir wollen im Feuilleton jetzt auch wieder mal was anderes schreiben als Nachrufe!

Bettina Hagen hat für ihren Nachruf auf Merce Cunningham (siehe Seite 28) auch einen jungen Choreografen befragt, Wolfgang Kralicek hat seine posthumen Würdigungen von Peter Zadek (S. 28) und Traugott Buhre (S. 29) mitten im Urlaub verfasst, und weil uns dann schon etwas die Luft ausgegangen ist, sei zumindest an dieser Stelle schamhaft erwähnt, dass mit dem Komponisten („Cubano Be / Cubano Bop“, „Ezzthetic“), Theoretiker und Arrangeur George Russell vergangene Woche auch noch eine Ikone des modernen Jazz von uns gegangen ist. Also wie gesagt: Bitte etwas weniger sterben. Danke.


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