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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Das Internet führt angeblich dazu, dass Menschen etwas tun, was sie sonst nie tun würden. Zum Beispiel Pornos schauen. Ich hingegen habe neulich etwas anderes gemacht, auf das ich ohne Wikipedia nie gekommen wäre. Ich habe den Rorschach-Test an mir selbst ausprobiert. Das ist jener Psychotest, bei dem man ein paar Tintenkleckse anstarrt und frei assoziiert. Das wird dann von Psychologen analysiert oder – wie in meinem Fall – von mir selbst. Meine fachliche Vorbildung beschränkte sich dabei auf den dazugehörigen Wikipedia-Eintrag. Dort finden sich seit kurzem jene Tintenkleckse, die Experten für ihre Gutachten verwenden. Die Veröffentlichung sorgte für Wirbel, von der „Entzauberung des Rorschach-Tests“ war zu lesen, und die Fachwelt fürchtete, dass die Methode nun unbrauchbar sei. So ein Schwachsinn. Viel wichtiger ist, dass nun über den Test öffentlich diskutiert wird. Denn ob die Farbkleckse wirklich so aufschlussreich sind, ist schon länger umstritten. Jetzt ist das Ganze wenigstens kein Geheimnis mehr.


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