Der Letzte dreht das Licht auf

Feuilleton | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Der Regisseur Peter Zadek war der große Entzauberer des deutschen Theaters

Nachruf: Wolfgang Kralicek

Peter Zadek war ein stilloser Regisseur. Der Künstler, einer der wichtigsten deutschen Theatermacher der Nachkriegszeit, war für seine Haltung berühmt, nicht für seinen Stil. Jeder Versuch, „wie Zadek“ zu inszenieren, wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Er scherte sich nicht um ästhetische oder ideologische Trends, er inszenierte radikal persönlich und akzeptierte nur eine künstlerische, moralische, intellektuelle Instanz: Peter Zadek.

Zadek war ein Solitär, die große Ausnahmeerscheinung des deutschen Theaters. Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Berlin war mit dieser 1933 als Bub nach London emigriert und erfuhr seine Theatersozialisation auf walisischen Provinzbühnen, wo im Wochentakt Premieren produziert wurden. Aus dieser Zeit stammen sein „kunstloser“, pragmatischer Ansatz und sein Hang zum Boulevard. Als Zadek in den späten 50er-Jahren dann nach Deutschland


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