Was fährt denn da?

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Die Erschöpfung der Schutzwesen

Bericht: Matthias G. Bernold

Die wirklich harten Burschen fahren bekanntlich Motorrad. Fürchten weder Radarfallen noch Tod. Wuchtig drücken sie ihre schweren Maschinen in die Kurve, schleifen die Knie am Asphalt und fühlen die pochenden Herzen ihrer Mädels im Rücken.

So weit das Ideal. Im richtigen Leben beginnt diese Geschichte mit einem modrigen Motorradhelm, geht weiter mit einer blutenden Blase am Mittelfinger. Auf Todesangst folgt Triumph, eine jauchzende Beifahrerin und schließlich ein übel zugerichteter Ellenbogen.

Aber der Reihe nach. Seit ich im Frühling 1997 meine Honda Dominator 500 verkaufte, ruhte der alte Marushin-Helm im Keller. Er muss einer Mäusefamilie als Behausung gedient haben. Das Innenfutter porös, das Visier voll Dreck, roch er so nach Moder und Verderbnis, dass ich ihn mit Deo einsprühte und dann drei Tage auf der Fensterbank atmen ließ.

In meiner alten Endurojacke, die wegen ihrer breiten Schulterpolsterung bei den Kollegen


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