Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Stiegl Radler Grapefruit

Stadtleben | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Grapefruit mit Bier? Besser selbst verradlern

Die neuen Radler sind da“, jubelt man bei der Salzburger Brauerei Stiegl. Dabei ist es eigentlich eine Unsitte, den nicht nur bei Radfahrern beliebten hochsommerlichen Bier-Limo-Mix schon fix und fertig gemischt anzubieten. Schöner ist es doch, wenn der Wirt oder die Wirtin im Ausflugslokal halbe-halbe Gerstensaft und Zitronenkracherl selbst zusammenzapft. Aber wo gibt’s heute noch klassisches Zitronenkracherl?

Aus diesem Grund stimmten wir auch kurzzeitig in den Jubelgesang der Stiegl-Brauerei mit ein. Vor allem, weil die „neuen Radler“ nicht nur „Zitrone“ oder „Himbeer“ heißen, sondern auch „Grapefruit“, was ja schon einigermaßen exotisch ist auf dem Radlermarkt. Wie gut, dass Grapefruit (strenggenommen mischt Stiegl hier Grapefruit-, Zitronen- und Orangenlimonade unter) für sich schon schön bitter schmeckt. Das Frisch-herbe passt somit ganz gut zum herben Bieraroma. Allerdings überdeckt es auch den bitteren Beigeschmack, den der Süßstoff im Kracherl mit sich bringt. Schade, dass die Brauerei keine normal gezuckerte Limo verwendet. Tatsächlich gibt es am heimischen Fertigradlersektor fast nur mit Süßstoff gesüßte Produkte (Ausnahme: Gössers Naturradler), was vielleicht helfen soll, das Getränk als „kalorienarm“ anzubieten, geschmacklich allerdings eine Niederlage ist.

Was tun? Grapefruit passt gut zu Bier. Man sollte vielleicht eine entsprechende Limonade ohne Süßstoff ausfindig machen und mit dem Bier der Marke seiner Wahl selbst verradlern. Geht das? CW


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