Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Perfekt ist schlecht. Nicht ganz so gut ist besser. Nicht grottig, aber doch ruppig, auf keinen Fall glatt. Vom „homegrown sound“ der Catskill Mountains ist auf der Homepage von The Felice Brothers die Rede. Die Burschen, die ausnahmsweise tatsächlich Brüder sind und Bob Dylans Kopfbedeckungen in der Pfeife rauchen, erinnern auf „Yonder Is the Clock“ (Team Love) mit schnaufendem Akkordeon und rumpelndem Schlagzeug daran, dass diese zwischen elegischen Walzern und lebensbejahenden Wirtshausstampfern schwankende Musik ursprünglich nicht für die Heimstereoanlage gedacht war – und dass es für Hühner kein Leben nach dem Tod gibt: „Run Chicken Run.“ Auch die zehn Mannen und Frauen der Akron/Family agieren im Rahmen eines eher tribalistischen Musikverständnisses: New/Weird Folk wird hier mit jubilierendem Psychedelic Rock und pastoralem Free Jazz kurzgeschlossen, auf „Set ’Em Wild, Set ’Em Free“ (Dead Oceans) noch mit Funk-, Postrock- und Elektronikelementen aufgepimpt,


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