Kunst Kritik

Einsiedlerisch im Umgang mit Papier

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 32/09 vom 05.08.2009

Erst einmal ist Herwig Tollschein ein Zeichner, der seinem Medium misstraut. Das weiße Blatt Papier, es schreckt ihn. Also versucht er, den Blättern mit Schellack oder Terpentinölflecken ein wenig Geschichte einzuhauchen: an den Rückseiten, also an den „B-Seiten“. Bis sich ihm da etwas aufdrängt, werden sie unter Verwendung handelsüblicher Bürsten weiterbearbeitet. Oder er denkt sich selbst hinein ins Blatt, zeichnet sich Behausungen darauf. Die sind dann einfach in der Art, bilden, mit ihrem Untergrund verspannt, Strukturen aus, die nicht nur schmale, bühnenartige Räume schaffen, sondern auch die leere Fläche teilen.

Neue Galerie, Studio, bis 13. 9.


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