Glosse

Fremdschämen forte: Frau Franck verschenkt einen Lyrikband

Kultur

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Vor vielen, vielen Jahren beschlossen einige „Kulturschaffende“ mit der österreichischen Sozialdemokratie ein Stück des Weges zu gehen. Die Motivation zum gemeinsamen Gang hat inzwischen stark nachgelassen und wird seither mit vielen Krokodilstränen als „Niedergang der Sozialdemokratie“ beweint. Dass die Nähe von Politik und Kultur nicht per se schon von Kultiviertheit zeugt, sondern auch Symptom eines Mangels an Herzensbildung und Sozialhygiene sein kann, beweist die Wahlwebseite www.steinmeier-wird-kanzler-de. Dort schwärmt sich etwa die Schriftstellerin Julia „Mittagsfrau“ Franck einen Ast über den sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten ab und erklärt, „weshalb ich Herrn Steinmeier eines Tages ein sehr dickes Buch mit Gedichten schenken musste“. Es tut sehr weh.


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