Kolumne

Der Teheraner Schauprozess erinnert an Stalins Moskau

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Die zweite Amtszeit Mahmud Ahmadinedschads beginnt mit einer iranischen Version der stalinistischen Schauprozesse. Das Staatsfernsehen zeigt hochrangige Vertreter des Reformflügels. Abgemagert und in Gefängniskleidung treten sie mit wilden Selbstbezichtigungen vor ihre Richter. Sie seien manipuliert worden und bitten um Gnade, den von der Opposition behaupteten Betrug bei der vergangenen Präsidentschaftswahl habe es nie gegeben.

Unter den geständigen Angeklagten: ein Exvizepräsident, ehemalige Minister, Pressesprecher früherer Präsidenten, Exbüroleiter und ehemalige Abgeordnete aus dem Umkreis von Mohammed Khatami und Ali Akbar Haschemi Rafsandschani, den zum Reformlager gezählten ehemaligen Staatschefs. Neben anonymen, angeblichen Gewalttätern, Journalisten, Anwälten und Mitarbeitern westlicher Botschaften sind es vor allem reformorientierte Funktionäre des Establishments, denen das Regime den Prozess macht. „Amalgam“ hieß in der Zeit der stalinistischen Säuberungen die


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