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Politik | Michael Weiss | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Globale Tauschhandlungen

Tauschhandlungen passieren in der Gegenwartsgesellschaft immer und überall. Das stellt der deutsche Soziologe Frank Hillebrandt zu Beginn seiner Habilitationsschrift „Praktiken des Tauschens“ fest. Allerdings seien damit keineswegs bloß Geschäfte gemeint, bei denen Geld gegen eine wie auch immer geartete Gegenleistung getauscht wird. „Wir alle sind auch regelmäßig an geldlosen Tauschprozessen beteiligt, wenn wir etwa mit Kollegen am Arbeitsplatz Informationen austauschen.“ In jedem Fall gehe es beim Tauschen um mehr als nur Leistung und Gegenleistung, es stelle auch eine fundamentale Form des sozialen Handelns dar. Hillebrandt versucht im ersten Teil des Buchs die Theorie der Praxis, die auf den französischen Soziologen Pierre Bourdieu zurückgeht, zu systematisieren. Auf dieser Basis analysiert er danach die vielen Formen der Praxis.

Frank Hillebrandt: Praktiken des Tauschens. Zur Soziologie symbolischer Formen der Reziprozität. VS Verlag, 270 S., € 34,90


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