Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Schüsse im Keller: wie die Polizei für den Ernstfall trainiert

Im dritten Untergeschoß der Finanzakademie in der Erdbergstraße steht ein Mann mit Panzerweste und Blouson, Gesicht und Bart hinter dem Helmvisier, die Füße in festen Schuhen. Walter Janca ist Täterdarsteller. Dutzende Male am Tag wird er von seinen Kollegen, die hier zwischen Theaterkulissen ihr Szenariotraining absolvieren, abgemahnt, angeschrien, mit Pfefferspray besprüht, mit Farbpatronen angeschossen, zu Boden gebracht, gefesselt und abgeführt. Nachdem Polizisten einen 14-jährigen Einbrecher in einem Kremser Supermarkt erschossen hatten, begann eine Diskussion über die Qualität der Ausbildung (siehe S. 6). „Wir üben taktisches Verhalten“, erklärt Janca, „jedes Training wird aufgezeichnet und analysiert.“ Die Kollegen werden in Stress versetzt und müssen sich auf die unterschiedlichsten Situationen einstellen. Doch selbst das beste Training, glaubt Janca, ist keine Garantie für Fehlerlosigkeit. „Lebensbedrohlichen Stress kann man nur schwer simulieren.“


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