Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Diese müden Augen, diese stille Traurigkeit um ihn: Der Mann ist ein Held und hat doch so gar nichts Heroisches an sich. Paul Weston (gespielt vom wunderbaren Gabriel Byrne) ist kein Therapeut, der übermenschlich daherkommt („In Treatment“, Mo–Fr, ab 0 Uhr, ORF 2). Im Gegenteil, seine Ehe ist eine Katastrophe, an Sex kann er sich nicht mehr erinnern, und langsam verliert er die Kraft für seinen Job – doch als Seelenarzt gibt Paul alles, er ist eine Koryphäe. „Ich muss jeden Patienten irgendwie lieben, um ihm helfen zu können“, sagt er. Und da hat er genug zu tun, vor allem mit Laura, der jungen neurotischen Ärztin, die sich rettungslos in ihn, den Therapeuten, verliebt hat. Jeder Wochentag gehört einem Patienten – nicht nur im Terminkalender von Paul, sondern auch in der Abfolge der Episoden. So lernt man im Verlauf der Sitzungen nicht nur diejenigen, die ihre Psyche bei ihm entlasten, immer näher kennen, sondern auch den Doktor selbst. Mit all seinen Ängsten und Niederlagen. Das ist berührend, aber nie melodramatisch. Einfach schön.


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