Die Libro-Pleite

Medien | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

1978:Billa-Eigentümer Karl Wlaschek gründet Libro.

1978:Der gelernte Buchhändler Andrè Rettberg heuert als Filialleiter bei Libro an.

1996:Rettberg wird Vorstandschef. 1997:Wlaschek verkauft Libro an ein Konsortium um die börsennotierte Unternehmens Invest AG (UIAG) und die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG).

1998:Libro geht auf Expansionskurs und kauft die deutsche Buchhandelskette Amadeus.

1999:Libro steigt mit dem Online-Buchhandelsportal lion.cc in den Internetmarkt ein und versucht sich mit Librotel im Festnetztelefoniegeschäft.

Ende 1999:Libro geht an die Börse. Später wird man den Managern vorwerfen, dass sie die Bilanz zu diesem Zweck unter Ausschöpfung aller legalen und illegalen Tricks geschönt haben.

2000/2001:Libro rutscht tief in die roten Zahlen.

Juni 2001:Rettberg tritt als Libro-Vorstandschef zurück.

April 2002:Libro schlittert mit 430 Millionen Euro Passiva in den Konkurs, da die Banken keinen Überbrückungskredit gewähren.

November 2002:Libro geht um fünf Millionen Euro an ein Bieterkonsortium um den Ex-ÖVP-Obmann und Industriellen Josef Taus.

2003:Die Staatsanwaltschaft ermittelt in einem Nebenprozess gegen Rettberg, weil er seine Vermögensverhältnisse verschleiert haben soll, um Gläubiger zu prellen.

2004:Rettberg flüchtet nach Amsterdam.

2005:Rettberg kehrt nach Österreich zurück. Er wird wegen versuchter betrügerischer Krida zu drei Jahren (davon acht Monate unbedingt) verurteilt. Rettbergs Anwalt Gerhard Eckert fasst zwei Jahre bedingt und eine Geldstrafe von 72.000 Euro aus. Eckerts Konzipient muss für ein Jahr unbedingt hinter Gitter.

Herbst 2008:Der Oberste Gerichtshof bestätigt das Urteil der Erstinstanz. Rettberg will die Strafe im Februar 2010 antreten.

Februar 2009:Die Staatsanwaltschaft verfasst einen Vorhabensbericht. Neben Rettberg haben auch Finanzvorstand Johann Knöbl, die Aufsichtsräte Kurt Stiassny, Christian Nowotny sowie die Wirtschaftsprüfer Bernhard Huppmann und Michael Vertneg mit einer Anklage zu rechnen.


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