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Medien | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Hurra, „Pacman“ lebt am iPhone weiter!

Prüfbericht: Thomas Vašek

Es gibt Videogames, die möchte man immer dabeihaben. Für die Wartezeit an der Bushaltestelle. Zur Beruhigung vor dem Zahnarzttermin. Oder zum Daddeln während endloser Powerpointpräsentationen. Das sind natürlich nicht hochkomplexe Rollenspiele wie „World of Warcraft“. Nein, es sind die banalen, dafür umso süchtiger machenden Kultspiele aus den Anfängen des Gamezeitalters. Spiele wie „Pacman“. Für die Jüngeren unter uns, die mit Multiplayer-Onlinegames und hyperrealistischen Egoshootern aufgewachsen sind: Das war das Spiel mit dem gelben Nimmersatt, der in einem Labyrinth möglichst alle Punkte fressen und sich dabei vor bösen Geistern in Acht nehmen musste. Das Tolle an dem Spiel waren die Powerkugeln: Hatte man die gefressen, konnte man auch die Geister fressen. Und das war auch schon die ganze Handlung, dargestellt in 2 D und minimalistischer Grafik. Ideal für stundenlange Highscorejagden, seinerzeit noch auf fernsehergroßen Konsolen in Prater-Spielhallen, für fünf Schilling pro Spiel, oder auf dem „Heimcomputer“ Commodore 64. Für fünf Euro gibt’s „Pacman“ heute als iPhone-Applikation, natürlich dreidimensional und mit jeder Menge neuer Funktionen. Dateigröße des Programms: 11,3 Megabyte. (Der C 64 hatte einen Arbeitsspeicher von 64 Kilobyte!) Ich find’s schön, dass „Pacman“ auf dem iPhone weiterlebt – so wie viele längst vergessene Kultgames. Das ist eine Reminiszenz, die ein cooles Gadget wie das iPhone menschlich macht!

Thomas Vašek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets


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