Wie man in den Beckett hineinruft …

Feuilleton | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Über das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele. Und eine Rennfahreroper auf dem Salzburgring

Festspielbericht: Wolfgang Kralicek

Wenn auf der Bühne eine Bananenschale liegt, muss jemand darauf ausrutschen. Das ist ein ungeschriebenes Theatergesetz. „Das letzte Band“ (1958) von Samuel Beckett beginnt mit einer solchen Slapstick-Standardsituation. Der Held des Monodrams, der alte Krapp, nimmt außer Alkohol fast ausschließlich Bananen zu sich. Und so fängt das Stück dann auch damit an, dass er eine Banane schält, die Schale fallen lässt – und darauf ausrutscht.

Jossi Wieler, der das Stück jetzt bei den Salzburger Festspielen inszeniert hat, hat sich für diese Szene eine schöne Variante ausgedacht. Zwar mampft Krapp-Darsteller André Jung auch hier zunächst einmal eine Banane (übrigens nicht ohne sich die Frucht vorher – hihi! – zwischen die Beine gesteckt zu haben). Dann aber hebt er die Bananenschale vom Boden auf und wirft sie hinter die Bühne. Und jetzt kommt


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