Göttliche Wahrheiten im Wiener Jordan

Stadtleben | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Vor 40.000 Augenzeugen tauchten Gläubige am Wochenende im Ernst-Happel-Stadion um Jehovas Erlösung

Reportage: Stefan Apfl

Vierzigtausend Augenpaare sind auf Melissa und Rebecca gerichtet, während sie mit Bikini und T-Shirt bekleidet in den kleinen Pool am Spielfeldrand steigen. Sie halten sich die Nasen zu und schauen die beiden Männer, die sie gleich rücklings in das Chlorbecken drücken werden, ein letztes Mal an. Als sie auftauchen, wird ihr Lächeln auf die Großbildleinwand im Ernst-Happel-Stadion projiziert. Tausende applaudieren.

Was launige Atheisten als den größten Wet-T-Shirt-Contest Mitteleuropas abtun, ist eine Massentaufe der Zeugen Jehovas. Der Pool ist ein Symbol für den Jordan, in den Johannes einst Jesus getaucht haben soll, die Blicke der Täufer auf die Hintern der nassen Mädchen sind brüderlich gemeint.

40.000 Menschen aus einem Dutzend Nationen haben sich am Wochenende hier versammelt, Schulter an Schulter legen Tiroler in Lederhosen und Japaner im Kimono Zeugnis


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