Friede den Baustellen

Stadtleben | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Manche Wiener Baustellen verschwinden hinter Kulissen. Was soll der Quatsch?

Stilkritik: Christopher Wurmdobler

Eine ziemlich hohe Blechhütte, an deren Decke 15 Küchenlampen von Ikea baumeln und deren Boden mit rotem Filzteppich bedeckt ist. Nein, hier an der Kärntner Straße eröffnet das Einrichtungshaus keine Innenstadt-Filiale. Es handelt sich auch nicht um eine Kunstinstallation. Die trashige Blechhütte, die irgendwie auf schick macht, bildet den Eingang zu einem Schuhgeschäft, das den Umbau des ehemaligen Finanzministeriums zum großen Kleiderkaufhaus auf diese Weise überstehen soll. Als einziger Mieter ist der Laden in dem Gebäude übrig geblieben und trotzt mit Sommerschlussverkauf den ringsum bohrenden und hämmernden Bautrupps.

Den Rest der Baustelle, für die entlang des Grundstücks gut die Hälfte der Einkaufsstraße unpassierbar geworden ist, umzäunt eine weiß gestrichene, meterhohe Bretterwand. Ein in Wien weltberühmter „Zettelpoet“ und andere Narren haben sich


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