Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Warum es wieder murt

Es muss an dieser Stelle ungeklärt bleiben, ob sich die schöne, aber nur mehr wenig gebräuchliche Wendung „Es murt“ etymologisch aus der zweifelhaften Wassergüte des steirischen Flusses in den Siebzigern herleiten lässt. Damals glich die Mur in Graz einer schäumenden Kloake, olfaktorisch hat sie – je nach Luftdruck – gemiachtlt, ja, regelrecht gefäult. Das tut sie nicht mehr. Die Stadt hat es inzwischen sogar geschafft, dem Fluss eine Promenade beizugesellen. Kajakfahrer, Mursurfer, Experimentalschwimmer und Fliegenfischer dürfen sich in die Fluten wagen, ohne mit einer Darmkolik rechnen zu müssen.

Nun geht es der Mur überhaupt an den Lauf. Der Landesenergieversorger Estag will mit dem Verbund ein Wasserkraftwerk bauen, nördlich der Puntigamerbrücke, in einer Gegend, die Eingeweihten als winziger, aber einziger natürlicher Sandstrand der Stadt ans Herz gewachsen ist. Der würde wohl geflutet. Und nicht nur der: Der Rückstau wäre bis in die Innenstadt


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