Tipp Pop

„Ich habe alle Zeit der Welt, aber keine Geduld“

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Ihre schlicht mit dem Bandnamen betitelte Debüt-CD ist zwar bereits vor einigen Wochen erschienen, für die Präsentation findet Das trojanische Pferd aber erst jetzt Zeit. Auch gut, gibt es eben einen weiteren Anlass, auf die speziellen Qualitäten des Wiener Duos hinzuweisen. Indierock im weitesten Sinne reichert man mit Blues- und Folkanleihen an, ein Cello sorgt für eine spezielle Klangfarbe, die deutschsprachigen Texte in Liedern wie „Menschenfresser“, „Wien brennt“ oder „Nein, jetzt“ halten nichts von Plattitüden, der Gesang ist mal grantig, mal exaltiert; das Ergebnis bisweilen nicht unanstrengend, aber immer spannend. „Ich hab alle Zeit der Welt, aber keine Geduld“, heißt es an einer Stelle der Platte, „Ich bin nicht verlegen, aber ich hasse euch, ich sing nicht für jeden, es geht um Wahrhaftigkeit“ an einer anderen. „Ich würde ums Verrecken keinen belanglosen Scheiß singen“, erklärt Hubert Weinheimer, eine Hälfte des Duos dazu. „Wir verpacken widerspenstige Gedanken in Liedgut.“ Gut gebrüllt, Pferd!

Fluc, Di 22.00 (Eintritt frei)


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