Vernissage

Ein Universum zwischen Himmel und Hölle

Lexikon | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Im Westen sind allzu schwellende und dekorative Formen seit der Moderne verpönt. Wassily Kandinsky bezeichnete das Ornament als Sündenfall, Adolf Loos setzte es bekanntlich mit Verbrechen gleich. So gesehen, suhlt sich der 1974 in Kalkutta geborene Künstler Raqib Shaw regelrecht in der Sünde. Seine Bildwerke gleichen einer Lobeshymne auf Opulenz und Ornament. Die Farbigkeit seiner Malereien, die Detailverliebtheit, die fehlende Raumtiefe und das Gold, das einzelne Figuren umrandet, provozieren Fragen nach der typischen „Indianness“. „Absence of God“, titelt die Serie, die der Künstler ausstellen wird. Auch mit Anspielungen auf die europäische Kunstgeschichte ist zu rechnen. MJ

Kunsthalle Wien, Project Space, Di 19.00, bis 27.9.


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