Buch der Stunde

Lexikon | Andrea Grill | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Der Mensch ist ein Tier, das selbst unter den widrigsten Umständen auf der Suche nach verfluchter Intimität ist“, schreibt Sigitas Parulskis. Eine entwaffnende Intimität der Erzählstimme ist es auch, die den Leser von Anfang an in den Bann zieht. Das Nesteln der Fallschirmjäger an Schlaufen, Fangleinen, Hülsen wird mit Liebkosungen verglichen. Einerseits haben die zum Militärdienst in die DDR berufenen Truppen der Sowjetarmee sonst nichts zum Streicheln. Andererseits bedeuten die Fallschirme „mehr als eine Geliebte, denn wenn eine Geliebte dich verrät, kannst du weiterleben … Aber wenn der Fallschirm dich im Stich lässt, dann bleibt dir gar nichts mehr, nicht einmal die Möglichkeit, dich vollaufen zu lassen.“

„Drei Sekunden Himmel“ erzählt von einer Realität, die Historie wurde, bevor man Gelegenheit hatte, sich an sie zu erinnern. Der mittlerweile 40-jährige Ich-Erzähler, ein Litauer, wurde in den 80er-Jahren zum Wehrdienst in die DDR abkommandiert. Jetzt, viele


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