Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 33/09 vom 12.08.2009

Auf Youtube gelangte der amerikanische Dirigent Paavo Järvi jüngst zu einiger Bekanntheit, weil er das Pech hatte, dass seine polizeiliche Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer auf Video festgehalten wurde.

Wer nun den Namen des Musikers googelt, dem wird von der Suchmaschine gleich einmal das Stichwort „betrunken“ angeboten – noch vor „Beethoven“. Wie ungerecht!

Gerade in Sachen Beethoven hat der 1962 in Estland geborene und 1980 in die USA emigrierte Dirigent weit mehr Stilsicherheit und Grandezza bewiesen als beim polizeilich überwachten Torkeln auf der Linie.

Mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen arbeitet Järvi, Sohn des Dirigenten Neeme Järvi, an den neun Beethoven-Sinfonien – und machte damit vom ersten Ton an Furore. Mit seinem historisch bestens informierten, frei von akademischer Trockenheit aufspielenden Orchester legt der gelernte Schlagzeuger eine so zeitgemäße wie konsequente Lesart vor, die federnden Elan und drahtige Sprungkraft mit fein ausgehörter,


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