Ein Frühstück, das zum Mythos wurde

Die Erinnerungen an das Wendejahr 1989 sind geprägt von nationalen Heldenepen. Die Wende begann früher

Falter & Meinung | Kommentar: Anton Pelinka | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Die Erinnerungen an das Jahr der großen europäischen „Wende“, an 1989, sind nur zu oft von einer zumeist verständlichen, aber naiv verzerrenden, nationalen Selektivität gekennzeichnet. Da wird die Summe des Jahres 1989 als „Fall der Mauer“ beschrieben. Der „Fall“ der Berliner Mauer war zwar das hochsymbolische Ende eines Prozesses, aber begonnen hatte dieser bereits viel früher und ganz bestimmt nicht in Berlin. In der Tschechischen Republik und der Slowakei wiederum feiert man die „Samtrevolution“ – eine ohnehin schon auffallend verspätete Aktion, die den (anders als 1968) nicht gerade mutig vorpreschenden Tschechen und Slowaken auch noch einen nationalen Mythos bescherte.

In Österreich erinnert man sich bevorzugt an das Paneuropa-Frühstück an der österreichisch-ungarischen Grenze oder an das – von beiden Seiten medial perfekt dargestellte – Durchschneiden des Stacheldrahts an derselben Grenze durch Alois Mock und Gyula Horn. Das waren wichtige, nicht nur


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige