Wiesenthal-Institut: das verwunschene Archiv

Es sollte ein beachtenswertes Forschungszentrum werden, doch seit Juli ist es vor allem ein Institut ohne Vorstand

Politik | Kommentar: Peter Melichar | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Es ist ein Archiv, dessen Zerrissenheit Ausdruck der Geschichte ist, die sich in ihm abbildet: Bis heute liegt ein Teil des Bestands in Moskau, die größten Teile befinden sich seit den 50er-Jahren in Israel, und das, was Wien nie verlassen hat, wurde erst vor wenigen Jahren in verwahrlostem Zustand aufgefunden.

Es handelt sich um das Archiv der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde (IKG). Bis 1938 war es Mittelpunkt diverser Forschungen und zog bedeutende Gelehrte an. Schließlich wurde es von der Gestapo, später von den Sowjets teilweise beschlagnahmt. Was in Wien geblieben war, wurde großteils nach Israel gebracht. Die Juden sahen in Österreich damals keine Zukunft mehr. Israel galt als neue Heimat – auch für das Archiv.

Für den Plan, die Bestände aus Moskau und Israel wieder in Wien zugänglich zu machen, sollte das – nicht mit den Wiesenthal-Zentren zu verwechselnde – Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (www.vwi.ac.at) geschaffen werden. Die Initiative zur Gründung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige