Das Ende einer Kindheit

Vor 20 Jahren zeltelte ich mit meinen Eltern in Ungarn. Auf einmal wurden alle nervös

Politik | Erinnerung: Michal Hvorecky | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Der erste Sommer, von dem ich ausführlich Bericht erstatten kann, begann vor genau 20 Jahren. Bis dahin gestalteten sich meine zwei Ferienmonate fast immer gleich. Meine Familie gehörte nicht zu den Privilegierten und durfte fast nirgendwohin ins Ausland reisen. Deswegen sind wir immer am ersten Juli aus Bratislava zu unserer Hütte in der Niederen Tatra gefahren und erst Ende August zurückgekehrt. Von diesem Gebirge aus unternahmen wir sporadisch Ausflüge zu international so anerkannten Destinationen wie Kokava nad Rimavicou (Kockenau), Doma¾lice (Taus) oder an den Stausee Zemplínska Šírava, der aus purer Verzweiflung auch „Slowakisches Meer“ genannt wird. Die westlichste Stadt, die ich je besucht hatte, hieß bezeichnenderweise Ostberlin.

Die Naturidylle um das alte Haus inmitten der Berge wurde nur von den Piloten der sowjetischen Besatzungsarmee, die vom Militärflughafen in der Nähe von Banská Bystrica (Neusohl) abhoben, regelmäßig in ohrenbetäubender Weise gestört.


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