Und was wird aus uns? Die Beschwörung des großen Wir

Marc Beise beschwört in „Die Ausplünderung der Mittelschicht“ den Zusammenhalt in der Mitte – ein bisschen Neoliberalismus inklusive

Politik | Rezension: Julia Ortner | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Wir haben Jobs, arbeiten viel, verdienen aber auch nicht schlecht. Wir wohnen gut. Wir haben ein geräumiges Auto, manche von uns sogar ein schickes. Wir fahren in Urlaub, wenn auch selten in den Club Méditerranée. Wir können uns einiges leisten, der eine oder andere sogar eine Scheidung inklusive Versorgung der alten und der neuen Kinder.“ Es ist ein treffendes Bild, das Marc Beise in „Die Ausplünderung der Mittelschicht“ zeichnet.

Der Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung weiß auch, woran die in der Mitte so zu leiden haben: Sparen fürs Alter, den Kindern etwas aufbauen, das sei nicht mehr möglich. „Was wir haben, das schmilzt uns in den Zeiten der Finanzkrise dahin.“ Mittelklasse zu sein ist ein hartes Schicksal, so Beises Befund.

Das Buch spielt mit dem Bild einer Gruppe der Gesellschaft, das vor allem ein Mythos der Politik ist – das ist in Deutschland nicht anders als hierzulande. Der Mittelstand muss aufgepäppelt werden, sagen die Politiker in


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