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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Es ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Das weiß auch Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler, weshalb er einen News-Reporter kurzerhand mit zu Therapeut Klaus Ottomeyer nahm. „Mein größter Jugendschmerz“, sagt Dörfler, „war, als Jochen Rindt tödlich verunglückte.“ Heute noch zünde er an dessen Grab ein Kerzerl an. „Ist das etwa abnormal?“ Der Therapeut beruhigt, sieht jedoch Parallelen zur Kärntner Volksseele und deren eigenwilliger, weil nicht geleisteter Trauerarbeit im Zusammenhang mit Jörg Haiders Tod. „Der plötzliche Tod erinnert uns immer an unsere eigene Sterblichkeit“, will Ottomeyer Dörfler und den Kärntnern mit auf den Weg geben. Doch im Falle Haiders laufe Trauerarbeit schief. Spätestens da war für Dörfler die Sitzung wieder gelaufen, und er entsann sich der deutschen Herkunft seines Gegenübers. „Wer ständig über Kärnten schimpft, muss sich ernsthaft überlegen, ob er sich hier noch wohlfühlt.“ So wird das nichts mit Trauerarbeit, Herr Landeshauptmann. Weitere Sitzungen müssen folgen. Bitte mit Reporter.


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