Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Julia Ortner

Welchen Provinztourismusbüros fällt denn so was ein? Ingrid Thurnher, die Leiterin der gepflegten ORF-Talks, muss mit diversen Parteichefs und einer -chefin auf den Festspielbühnen des Landes diskutieren. Die ORF-Sommergespräche als Theatereinlage, sehr kreativ. Unfreiwillig komisch wird das Ganze, wenn Thurnher auf der Mörbischer Seebühne landet. Dort, wo die schlechte Operette daheim ist, eine amüsante Analogie zum Politikerabfragen im Sommerloch. Das sind verzweifelte Versuche, die Zuschauer mit „dem anderen Gespräch“ vor den Schirm zu bekommen. Überhaupt, „der andere Zugang“ bei Interviews ist eine Pest. Ob man Promis oder Künstler als Interviewer zu Faymann & Co dazubittet (wie es jetzt der ORF den Zeitungen nachmacht) oder die Politprofis mit knalligen Einthemeninterviews „anders“ präsentieren will („Heinz-Christian Strache über seine traurige Kindheit“) – all diese Methoden bringen nichts. Warum sich nicht einfach gut vorbereiten, hart nachfragen – und ein bisschen gemein sein?


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