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IT-Kolumne

Medien | Lukas Plank | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Ein Wochenende auf dem Berg. Weg vom Computer, nur Natur. Daheim will man die Fotos dann auf Facebook stellen. Aber dazu kommt’s nicht. 48 Benachrichtigungen, 21 Anfragen und ein volles Postfach. Nachdem man wie besessen auf „ältere Beiträge“ geklickt hat, ist man endlich wieder da, wo man vor 48 Stunden offline gegangen ist. Jetzt wird in die Gegenwart gelesen. Es dauert, bis man sich zurechtfindet. Als würde man nach zwei Wochen Kranksein wieder in die Schule oder an den Arbeitsplatz kommen und vom neuesten Tratsch genau gar nichts wissen. Wer mit wem und wieso, seit wann? Eine Urlaubsvertretung muss her. Jemand, der für uns das Wichtige („Endlich wieder verliebt!“) vom Unwichtigen („Habe gerade Pizza gegessen“) trennt. Andere (Facebook-)Freunde würden sich als „Account-Manager“ anbieten. Aber die Versuchung wird groß sein. Spioniert der Freund? Wird der kleine Cousin unter deinem Namen peinliche Kommentare schreiben? Vielleicht fordern wir doch lieber WLAN auf jeder Berghütte.


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