Der Weltkriegsfilm aller Weltkriegsfilme: „Inglourious Basterds“ kommt wie ein böses Märchen daher und will um jeden Preis witzig sein“

Feuilleton | Michael Omasta | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

:: Fakten könnten einen in die Irre führen, bemerkt Hans Landa, bevor er mit dem Verhör eines französischen Bauern beginnt: Gerüchte hingegen besäßen fast immer ein Fünkchen Wahrheit, gleichgültig, ob sie sich als richtig oder falsch erweisen.

Hans Landa, der als „Judenjäger“ gefürchtete SS-Offizier, tritt in dieser Szene, gleich am Anfang des Films, quasi als Gewährsmann des Regisseurs auf. Von ihm holt sich Quentin Tarantino die Absolution, in „Inglourious Basterds“ mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs so zu verfahren, wie er, der Hohepriester der filmischen Trashkultur, es für angemessen hält.

Nichts, wirklich gar nichts, ist tatsächlich ernst gemeint in diesem Weltkriegsfilm aller Weltkriegsfilme, der wie ein böses Märchen daherkommt, Nazis und Juden als bloße Manövriermasse für seine Erzählung behandelt und sich von Minute eins bis Minute 152 stets auf der „richtigen“ Seite weiß: der des Kinos.

Alles, wirklich fast alles in diesem Film, verweist


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