Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit

In ihren Erzählungen arbeitet sich Eva Menasse auf meist unterhaltsame Weise an den sieben Todsünden ab

Feuilleton | Rezension: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Zorn, Hochmut, Neid, Habgier. Mit ein bisschen Anstrengung kriegt man die sieben Hauptlaster oder Todsünden noch richtig hin. Was diese Begriffe aber mit unserer Zeit zu tun haben sollen, erscheint zunächst rätselhaft. Sie sind der Gesellschaft mit dem sinkenden Einfluss der katholischen Kirche längst abhandengekommen.

„Lässliche Todsünden“ nennt die ehemalige Journalistin Eva Menasse (Jg. 1970), die 2005 mit dem Roman „Vienna“ erfolgreich literarisch debütierte, ihr neues Buch. Und ganz aus der Zeit scheint der Titel doch nicht zu fallen. Der wieder erwachte Wunsch nach Beständigkeit (zeitgerecht auf den Punkt gebracht nicht etwa von einem Dichter, sondern von der Deutschrockband Silbermond: „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit / In einer Welt, in der nichts sicher scheint“) lässt auch die Frage nach Mustern, mittels derer sich das Leben in Richtig und Falsch, Gut und Böse einteilen lässt, wieder zum Thema werden.

Solcherart


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