Eine Fee mit Bierfahne kann keine gute sein

Falter & Meinung | Rezension: Daniela Strigl | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

In seinem neuen Roman verpasst Thomas Glavinic einem alten Sinnspruch ein modernes Gewand

Dass Wunscherfüllung und Apokalypse nah beieinanderliegen, ist eine Binsenweisheit der Weltgeschichte oder auch ein philosophischer Gemeinplatz. Thomas Glavinic langweilt seine Leser nicht mit gescheiten Abhandlungen, er erzählt eine kompakte Geschichte, mit der sich die Problematik in all ihren Facetten wie von selbst entfaltet. „Das Leben der Wünsche“ ist das, was man auf gut Klappentextdeutsch „packend“ nennt – der Verlag tut es, vornehm, nicht.

Angesiedelt ist die Fallstudie menschlichen Glücks in einer penetrant normalen Realität, hinter der von Anfang an eine andere Wirklichkeit durchschimmert, die sich nach und nach des Helden wie der Story bemächtigt, so lange, bis die Autorität des Vertrauten am Schluss völlig untergraben ist. Obwohl die Hinweise auf ein Geschehen hinter den Kulissen nicht gerade dezent sind, entsteht der Eindruck einer subtilen Unterwanderung von Lesegewissheiten.


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