„Sie haben mich übers Ohr gehauen“

Issa Fatty saß 477 Tage unschuldig in U-Haft. Der Republik ist das 38.000 Euro wert. Zu wenig, sagen Anwalt und Experten

Steiermark | Bericht: Donja Noormofidi | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Issa Fatty war an diesem Dezemberabend im Jahr 2005 zufällig zu Besuch bei einem Freund, als die Polizei dessen Wohnung stürmte und alle zehn Anwesenden festnahm. „Sie sagten: Ihr seid Drogendealer und habt eine Organisation aufgebaut“, erinnert sich der damals 37-jährige Fatty später. Die Polizei berief sich vorwiegend auf Telefongespräche, die sie per Lauschangriff aufgezeichnet hatte. Fatty wurde in U-Haft genommen.

477 Tage verbringt der französische Staatsbürger in U-Haft. Erst im Mai 2008 spricht ein Gericht unter Vorsitz von Richter Helmut Wlasak Fatty in sämtlichen Anklagepunkten frei, da „sich die Vorwürfe pulverisiert“ hätten. Bis dahin hatte Fatty zweieinhalb Jahre seines Lebens, seine Wohnung und seine Existenz verloren. Der Republik Österreich ist das genau 38.000 Euro Haftentschädigung wert. Zu wenig, finden Fatty und Daniela Grabovac von der Antirassismus-Organisation Helping Hands. Auch Fattys Anwalt Marko Peschl sagt: „Das ist zu wenig, es gibt eine


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