„Und die Alten sterben“

Steiermark | Porträt: Gregor Schenker | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Die Jazzsängerin Irina Karamarkoviæ hat ihre neue Platte vergessenen Liedern aus ihrer Heimat, dem Kosovo, gewidmet

Hapi syte e zeza“ – „Öffne deine schwarzen Augen, ich habe dich so sehr geliebt.“ Wie der Kahn einer Seebestattung treibt das traurige Lied hinaus auf den Fluss, der den Hörer umschmeichelnd, aber bestimmt mitzieht. Viktor Palic´s Trommeln umkreisen den Rhythmus der gleitenden Fahrt, Wolfram Derschmidts Kontrabass federt die in Zeitlupe dahinziehenden Wellen ab. Und das Klavierspiel Stefan Heckels, der in seinen Improvisationen Töne klar wie Wassertropfen regnen lässt, ist in der Begleitung stets ein ruhiger Strom, auf dem die Stimme der dunkeläugigen Sängerin Irina Karamarkovic´ in ihrer verhauchten Brüchigkeit dahinschweben kann. Bevor sie wieder zum kleinen Mädchen wird, das es faustdick hinter den Ohren hat. „Hapi syte e zeza“, eine albanische Volksweise, das ist der dritte Song auf der demnächst erscheinenden neuen CD der Irina Karamarkovic´ Band.


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