Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Schäume

Kolumnen | aus FALTER 34/09 vom 19.08.2009

Eine Bekannte stand auf ihren Physiotherapeuten. Sie konnte nicht anders: Sie dachte sich über die ganze Woche Dinge aus, die er mit ihr so anstellte. Ein gemeinsamer Kinobesuch, der im Koitus in der letzten Reihe endete. Er besuchte die familiäre Gartenparty und zog sie hinunter in den Keller, um sie auf ihrer Waschmaschine zu vögeln. Und dann, in der eigentlichen Therapiestunde, passierte – genau nix. Er krachte und grammelte an ihrem Gestell herum, rein beruflich natürlich. Sie war derweil gelähmt vor Panik, dass er ihr die Geilheit von der Stirn lesen könnte.

Bevor ich tief in meine immer sehr sinnvolle Ratschlagkiste greifen konnte, rief sie mich an. Die Stimme war wieder eine Oktave tiefer, völlig frei von Hysterie.

Letzte Therapiestunde kam nämlich nach ihr ein junger Mann in die Praxis. Der sah ihr gar nicht verspannt aus. Und schon gar nicht seine Zunge, die er dem Therapeuten zur Begrüßung in den Schlund steckte. „So ist das“, dachte sich prompt ihr Fremderotikzentrum im Gehirn. „Wir beenden nun diesen Beitrag und übergeben bis auf weiteres an die Scham. Auf Wiedersehen!“


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