Buch der Stunde

Lexikon | Georg Renöckl | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Goethe tat es, Jack Kerouac tat es, und nun also Antonio Fian: Die Rede ist von der literarischen Verarbeitung der eigenen Träume bzw. dem Verfassen von „Erzählungen nach Träumen“, wie Fians neue Kurzgeschichten im Untertitel heißen.

Die Warnung vorweg: Es gilt als Binsenweisheit, dass Clowns in ihrer Freizeit zum Traurigsein neigen. Man sollte analog dazu also nicht davon ausgehen, dass als „lustig“ geltende Schriftsteller automatisch ebensolche Träume haben.

So ist es auch im Fall des Dramolett-Dichters Fian: Wer sein Buch in Erwartung einer Fülle gut platzierter Pointen aufschlägt, wird enttäuscht sein. Die geschilderten Träume sind eher beklemmend als lustig, geprägt von materiellen und familiären Sorgen, Versagensängsten und grotesk verzerrten Erinnerungen an die Zeit zwischen den Träumen: den Alltag.

In Fians Albtraumnächten rasen schlampig am Mond montierte Luster herabfallend auf sein Bett zu, erwarten Verlage von ihren Autoren auch den Lkw-Führerschein, weil


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