Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Ist es die Wirtschaftskrise oder gar das absehbare Ende der CD als Massenmedium? Ist es vielleicht eine neue Wertschätzung des Bewährten? Oder einfach nur der Erfolg der kleinen Konkurrenz, der kopiert werden soll, wenn die großen Plattenfirmen in letzter Zeit ihre Archive durchforsten und Wiederveröffentlichungen sonder Zahl auf den Markt werfen?

Ganze Werkkomplexe einzelner (Jubiläums-)Komponisten und Interpreten werden derzeit günstig angeboten. Dabei lassen sich die alten Bestände dramaturgisch auch deutlich pfiffiger neu verwerten – so wie das mit einer „Opera immaginaria“ nach G.F. Händel geglückt ist (Virgin).

Da wurden die strengen Formvorgaben und die lockere Aufführungspraxis des Barock genutzt und aus Händel-Einspielungen der letzten 20 Jahre eine Opera seria zusammengestellt, die zwar keine konsistente Handlung aufweisen kann, dafür aber alles bietet, was das Genre auszeichnet: Schlummerarien und Wahnsinnsszenen, Naturimitationen, Liebesduette und natürlich


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