Kleinanzeiger

Menschen hinter Inseraten

Lexikon | Lukas Plank | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Die Kleidung ist eine Maske

Wie mittels Nackttanz die Fixierung ans Materielle abgestreift werden soll

Vor 37 Jahren hat Michael Müller das erste Mal nackt getanzt. Bei einem Tanz mit afrikanischen Eingeborenen rutscht ihm plötzlich der Schurz von den Lenden. Michael stolpert und sieht sich erschrocken um. Niemand sieht ihn an. „Da ist mir bewusst geworden: Nacktheit ist etwas absolut natürliches.“ Regina Hoffmann, die neben ihm auf der weichen Couch sitzt, ergänzt: „Viele Naturvölker haben einen freien Zugang zur Sexualität.“

Hier sei das anders. Sexualität werde mit Fetisch verwechselt, Erotik mit Pornografie. Und wenn man hört, dass sich eine Gruppe jeden Montag zum Nackttanzen trifft, denke man schnell an einen Swinger-Club. „Aber das sind wir nicht.“ Mit der Kleidung würde man auch die Fixiertheit ans Materielle abstreifen, zu seinem Körper stehen lernen, eine Maske ablegen. Regina hört ihm zu und nickt.

In einer Ecke plätschert ein Bergkristallbrunnen. In den anderen:


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