KunstKritik

Wenn Insekten Kontakt aufnehmen

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Das MedienKunstLabor, das sich seinem Selbstverständnis nach als Ort der Produktion versteht, hat diesen Sommer das Residence-Programm „ArtistsInLab“ laufen. Dabei treffen junge Künstler zusammen, um sich über das Verhältnis von Kunst und Robotik auszutauschen und ihre technischen und künstlerischen Erfahrungen miteinander zu vernetzen. Da der Begriff des Roboters prinzipiell von der Kaffeemaschine bis unendlich reicht, hat man sich darauf verständigt, nur das Roboter zu nennen, was, zumindest dem Anschein nach, kommunizieren will und also auch Emotionen beim menschlichen Betrachter auslöst. Das tut meine Kaffeemaschine übrigens auch manchmal. Die zwischenzeitlich entwickelten und unter dem Titel „Social Machines“ ausgestellten Geräte sind aber weniger suchtorientiert, ansonsten zwar nicht ausgereift, doch sehenswert in jedem Fall.

Effi Tenners (CH) Roboter wirkt noch wie eine Kreuzung aus Barbie und Spinne und bewegt sich dementsprechend, Niki Passaths (A) gleichfalls insektenähnliches Teil soll einmal zu Hunderten ausschwärmen, dabei Schwarmverhalten simulieren, übt seine Soft Skills zwischenzeitlich im Beobachten seiner Beobachter. Rich Gilbanks (CAN) Maschine kurvt noch autistischer durch ihr Gehege, löst dabei aber von weit oben projizierte Spuren aus. Kirsty Boyle (AUS) hat so etwas wie eine Raupe gebaut, Florian Krebs (D) stellt sich die Frage, wie minimalistisch eine Maschine werden kann, um noch als Kommunikationspartner ernstgenommen zu werden, und Birgit Gasteiger (A) kann mit ihrem 3-D-Audiosystem nicht nur unterschiedliche Klänge im Raum verteilen, sondern auch das Raumerleben selbst verändern .

MedienKunstLabor, bis 6.9.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige